Zu folgenden Buchstaben sind Lexikoneinträge vorhanden:
B C E F G H K L M O R S U V W


Der Name Surkot kommt aus dem Französischen und bedeutet einfach "Überkleid" (frz.: sur = über, kot = Kleid [vgl. cotte]). Ab dem 13. Jahrhundert wurde der Surkot weit geschnitten. Er ist oft ärmellos, konnte aber auch Ärmel haben, die dann oft mit Schlitzen im Überarmbereich ausgestattet waren, so dass man die Arme aus dem Surkot herausnehmen konnte und die Ärmel hinten auf dem Rücken herunterhingen (Abb. 14, Manesse Tafel 130). Im späten 13. Jahrhundert kamen beim Surkot auch 3/4-Ärmel auf.
Die ärmellose Form kam für die Frau später auf als für den Mann. In den allermeisten
Fällen wurde der ärmellose Surkot ungegürtet getragen.
Teilweise wies der Surkot beim Mann Seitenschlitze oder Vorder- und/oder Hinterschlitz auf. Diese Schlitze konnten gegen Ende des 13. Jahrhunderts auch knöpfbar sein. Frauensurkots waren ungeschlitzt, dafür aber länger (entsprechend dem Obergewand).
Meist war der Surkot gefüttert, mit Seide oder Pelz, in der einfacheren Variante auch mit Leinen. Der Surkot konnte auch einen V-Ausschnitt aufweisen (Abb. 15, siehe auch Manesse Tafel 80, 61).
Es scheint so zu sein, dass der ärmellose Surkot bei Frauen hauptsächlich als
Repräsentationsgewand getragen worden ist und nicht als eine Art Kittelschürze zum Arbeiten - zumindest implizieren das die Abbildungen, die ich bisher gesehen habe.
Die Ärmelausschnitte variierten von sehr eng bis sehr weit, wobei der Ausschnitt teilweise bis auf die Hüfte herunter reichen konnte.
Das Aufkommen der sogenannten "Teufelsfenster", die einen so weiten Ärmelausschnitt bezeichnen, dass vom Kleid im Ärmelbereich vorne und hinten teilweise nur noch ein handbreiter Streifen übrig blieb und der den Blick auf die darunter eng anliegende Cotta freigab, bleibt schwer einzuordnen. Das früheste Vorkommen ist in Spanien um 1240 zu finden. Von dort aus hat er sich - allerdings sehr langsam - wohl üner Frankreich und Italien weitervebreitet.
Auf einer dänischen Kalkmalerei, die allerdings auch von dänischen Fachautoren bereits unterschiedlich datiert wird (frühestens 1320, spätestens 1345), sind diese Teufelsfenster bereits zu sehen. Auch in Frankreich und Italien sind sie zu dieser Zeit belegt. Nur in Deutschland scheint man etwas später zu sein (offenbar waren die Deutschen damals schon eher Modemuffel).(Abb. 16).