Bild: Gewandung - Mode und Kleidung im Hochmittelalter / Link zur Startseite

Kopfbedeckungen im Hochmittelalter von Gabriele Klostermann

Kopfbedeckungen FrauenKopfbedeckungen Männer

Kopfbedeckung des Mannes

Die Kopfbedeckungen des Mannes sind vielfältiger als die der Frau. Leider fehlen mir teilweise Informationen über die Namen und die Beschaffenheit dieser Hüte und Kappen. In diesen Fällen muß ich mich mit einer Abbildung begnügen. Für weiterführenden Informationen bin ich auf jeden Fall dankbar.

Bundhaube/Coiffe:

Bild: Abb. 38
Abb. 38
Bild: Abb. 39
Abb. 39

Die Coiffe ist die mittelalterliche Kopfbedeckung für Männer schlechthin (Abb. 38). Sie wurde durch alle Schichten hindurch getragen, im Adel teilweise unter anderen Kopfbedeckungen (Abb. 39). Sie wurde aus Leinen (gebleicht oder ungebleicht, abhängig von den wirtschftlichen Möglichkeiten) gefertigt. Die Haube sieht zwar nach modernen Maßstäben nicht besonders "cool" aus, ist aber ungemein praktisch. Im Sommer schützt sie vor einem Sonnenstich und im Winter hält sie Kopf und Ohren warm. Wer mittelalterlich lange Haare trägt und schon einmal bei windigem Wetter unterwegs war, wird sie ebenfalls zu schätzen wissen. Die Coiffe gehört eben einfach dazu!



Schapel:

Bild: Abb. 40
Abb. 40
Bild: Abb. 41
Abb. 41
Das Schapel wurde, wie schon erwähnt, von Männer und Frauen getragen. Bei Männern scheint das Herstellungsmaterial allerdings hauptsächlich Metall gewesen zu sein (Abb. 40). Üblich waren auch Blumenkränze (Abb. 41; siehe auch Manesse


Gugel:

Bild: Abb. 42
Abb. 42
Bild: Abb. 43
Abb. 43
Bild: Abb. 44
Abb. 44

Die Gugel wurde in der normalen Form hauptsächlich von Bauern und Reisenden getragen (Abb. 42). Im Adel wurde sie ab Ende 13./Anfang 14. Jahrhundert eine modische Kopfbedeckung für den Herrn, wobei sich die Tragweise änderte: Die Gugel wurde im Bereich der Gesichtöffnung ein wenig eingerollt, so das ein Wulst entstand und mit dieser Öffnung wurde die Gugel dann auf den Kopf gesetzt. Der Zipfel der Gugel (der bei dieser Tragweise recht kurz sein muss) hing vorne ein kleines Stückchen in die Stirn; der Kragen hing - je nach Länge - entweder hinten am Hinterkopf herunter (Abb. 43) oder legte sich auf dem Kopf in Falten (Abb.44).



Pilgerhut:

Bild: Abb. 46
Abb. 46
Der Pilgerhut war vermutlich aus Filz gefertigt und diente dem Wetterschutz auf Reisen. Es war eine einfache und praktische Kopfbedeckung dazu, weshalb sie zu einer Pilgerfahrt besoners gut geeignet war. Zum eigentlichen "Pilgerhut" wurde sie durch die Jakobsmuscheln, die man dann auf den Hut heften durfte, wenn man eine erfolgreiche Pilgerfahrt nach Santiago de Compostella durchgeführt hatte. Santiago ist die Stadt des heiligen Jakobs und die Muschel ist sein Zeichen. (Abb. 46; siehe auch Manesse
Freilich konnte der Hut auch ohne die Muscheln getragen werden oder er wurde mit den Pilgerabzeichen von anderen Pilgerstätten geschmückt.


Pfauenhut:

Bild: Abb. 45
Abb. 45
Der Pfauenhut gehört sicherlich zu den extravagantesten Kopfbedeckungen. Die Grundform wurde vermutlich auch hier aus Filz gefertigt und dann mit den "Augen" der Pfauenfedern besetzt. (Abb. 45; siehe auch Manesse


spitzer Filzhut:

Bild: Abb. 47
Abb. 47
Wie man an der Überschrift merkt, fehlt mir auch hier eine genaue Bezeichnung dieses Hutes. Es ist sicherlich die bekannteste mittelalterliche Hutform (siehe auch "Robin Hood" ;-)). Auch sie wurde aus Filz gefertigt und diente dem Wetterschutz. Allerding ist diese Hutform sicherlich "eleganter" als die einfache "Pilgerhutform". Sie auf den Adel oder sehr wohlhabende Leute zu beschränken, wäre nicht korrekt, aber eine typische Bauernkopfbedeckung ist es auch nicht. In der Manesse sieht man diesen Hut oft im Zusammenhang mit der Jagd (die natürlich ein adeliges Privileg war). (Abb. 47; siehe auch Manesse


Sonstiges:

(Abb. 48, 49, 50, 51; siehe auch Manesse )
Bild: Abb. 48
Abb. 48
Bild: Abb. 49
Abb. 49
Bild: Abb. 50
Abb. 50
Bild: Abb. 51
Abb. 51